Durch die Türkei
Kaffe und Torte als Start. Durch Harnan und an Svilengrad vorbei teils Landstrasse, teils Autobahn. Am Dreilaendereck Bulgarien-Griechenland-Tuerkei Einreise in die Tuerkei. Kurz vor Edirne wird Traude von einem Rudel Hunde angegriffen. Gott sei Dank und durch Mithilfe eines Autofahrers passiert nichts. Wir treffen in der schoenen Stadt Edirne ein, besuchen die Fussgaengerzone und quartieren uns ins schoenste Hotel fuer € 55 ein.
Nach gutem, kaffeelosen Fruehstueck verlassen wir Edirne. Wir sind beeindruckt von der Innenstadt und den Moscheen. Auf der B100 geht es Richtung Istanbul. Es geht nie eben, immer bergab oder bergauf. Wir umfahren Babaeski. Knapp vor Lueleburgay begegnen wir einem entgegenkommenden rennradfahrenden Englaender, der von Istanbul nach Dubrovnik 3 Wochen unterwegs sein will. Wir quartieren uns im Hotel ?? in Lueleburgaz (3 Sterne NEuro 60) ein.
Auf der B100 geht es wieder bergauf-bergab bei kraeftigem schraegem Gegenwind dahin. Kraeftige Gewitterregen sind vorhergesagt. Nach ca. 45 km wollen wir in Corlu schauen, ob es einen Bus oder Zug gibt. Ja, einen Bus gibt es, und der faehrt in 5 Minuten ab. So sind wir schon nach 1,5 Stunden Busfahrt irgendwo in Istanbul. Am Busbahnhof sind wir ziemlich ratlos und versuchen uns in der 13Millionen-Stadt zu orientieren. Ein junger Mann fragt uns, ob wir ein Problem haben. Er will uns helfen. Er faehrt uns mit seinem PKW mit eingeschalteter Warnblinkanlage ca 10 km bis zu einem Punkt voraus, den wir auf der Karte haben und von wo wir problemlos ins Zentrum kommen. Dort finden wir in einer Seitenstrasse das Sipahi-Hotel, eine Jugendherberge, wo wir für Euro 45 ein einfaches Quartier finden. Paket mit Fotos zu Stefan gesandt. Danach gehen wir zum Hafen am Goldenen Horn, essen Kebab und gehen zur Haga Sophia. Die ist heute schon geschlossen, aber in die Blaue Moschee kommen wir noch hinein. Unglaubliche Stimmung im Park vor der Moschee. Auf einer Aussichtsterasse geniessen wir noch ein Getraenk und eine umwerfende Aussicht. Der grosse Basar ist schon geschlossen, also morgen.
Fruehstueck im Hotel. Besuch der Haga Sopia, danach Sightseeingtour mit einem Bus. Mittagsrast im Hotel und Essen nebenan. Kraeftiges Gewitter. Wir gehen zum Hafen, um die Faehre nach Yalova zu klaeren. Danach durch den Grossen Basar und in den Park des Topcapi-Palasts. Ganz schoen anstrengend, die Hatscherei, wir sind scheinbar doch eher zum Radfahren geboren.
Fruehstueck im Hotel, mit der Strassenbahn ueber das Goldene Horn. Kirchenbesuch im St.Georgs-Kolleg. Um 13:30 Uhr wollen wir die Faehre nach Yalova nehmen, aber die gibts nur in der Hauptsaison. Also die naechste um 15:45 Uhr. Von Yalova fahren wir noch suedwaerts, ca 500 Hoehenmeter ueber einen Pass mit dem Rad nach Orhangazy. Naechtigung in einem guten Hotel.
Fruehstueck im Hotel, dann auf der Nordseite des Iznik-Sees durch schoene Olivenhaine, Obstgaerten und Gemuesefelder nach Iznik. Uralte Stadt mit roemischem Theater und alter christlicher Kirche (2x Austragung von Konzilen). Dann peilen wir Yenisehir an, da gehts ueber einen beachtlichen Pass (wie der Buchauer Sattel), dafuer drueben lange bergab. Mittagsrast. Dann zuerst 10 km flach (Gemuese, Obst), danach wieder ein Aufstieg (diesmal 1x Neustadtl), droben huegelig. Am Weg gibt es viele Marmorsteinbrueche. Hinunter nach Bilecik. Quartier machen wir im 3-Sterne-Hotel Erunur (NF Euro 50).
Heute haben wir die 2000km-Grenze geschafft, das sollte ca. die Haelfte der Gesamtstrecke sein. Am Morgen suchen wir die Strasse 11-27 nach Soeguet. Da gehts durch hochgelegene Obstkulturen und Weiden. Nach Soeguet ueber einen Pass, der beim Nieselregen gefaehrlich glatt ist (wie Schneeglaette). Der Unfall eines entgegenkommenden PKW geht ohne Personen- aber mit Auto-Totalschaden aus. Nach ca 60 km erreichen wir die autobahnartige E 90 und rollen bei gutem Rueckenwind hinein nach Eskisehir. Wir nehmen Quartier im 3Sterne-Hotel HAS (NF Euro 40).
Wir entscheiden uns fuer die Route 665 ueber Senitgazi, welche schoene Landschaft bei wenig Verkehr verspricht. Bis Senitgazi gibt es weites, huegeliges Land, dann folgt eine sehr schoene Strecke einen Fluss entlang gemuetlich aufsteigend. Hinter einem Stausee ist der hoechste Punkt erreicht, drueben geht es in Stufen hinunter Richtung Kirka. Einige Kilometer vor dem Ort am Auslauf einer flotten Abfahrt: Ich verliere eine hintere Seitentasche, Traude knapp hinter mir fahrend, kann nicht mehr ausweichen und stuerzt. Entsetyen, sie liegt regungslos am Strassenrand, kommt aber doch nach einigen bangen Minuten yu sich. Es gibt Wunden an der Hand und am Ruecken, der rechte Oberschenkel ist schwer geprellt, spaeter sehen wir auch noch eine Wunde am Kopf. Zuerst: Autofahrer sollen die Rettung rufen - bestellen wir dann doch wieder ab. Wir wollen die ca 2 km bis ins Dorf fahren und dann weiter sehen. In einer Ambulanz werden die Verletzungen untersucht und versorgt. Empfohlen wird eine Krankenhaus-Kontrolle, doch gegen Revers darf Traude wieder weg. Ein 70jaehriger Tuerke, der 30 Jahre in Deutschland war, wird als Dolmetsch gerufen. Er nimmt sich ruehrend um uns an. Er Bringt uns zu einem Bus, der den Rest der heute geplanten Strecke faehrt und wir sind abends in Afyon. Abends macht mir Traude Sorgen wegen eines Schuettelfrosts. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Jetzt schlaeft sie und ich gehe kurz zum Internet.
Nach dem Fruehstueck im Hotel suche ich einen Mechaniker fuer Traudes Pedal. Ich finde einen, der alles in guter alter Manier repariert. Dann starten wir Richtung Cay. Die 50 km sind grossteils 4-spurig mit Pannenstreifen ausgebaut, landschaftlich eher duerftig. Zu schaffen macht uns der kraeftig entgegenkommende Wind. So und auch um Traude nach dem gestrigen Sturz zu schonen, suchen wir in Cay den Busbahnhof. Dort verbringen wir 2 Stunden, dann gehts im Bus durch imponierende ebene Landschaft. Weite, Weite, Weite. Um ca 19 Uhr sind wir am Busbahnhof und fahren die ca 10 km in die Innenstadt mit dem Rad. Es wird dabei finster, es ist aber nicht viel Verkehr (weil die Mohammedaner abends endlich essen duerfen). Abendessen und Verlaufen im Basar.
Ohne Fruehstueck fahren wir yum Otogar (Busbahnhof) aus Konya hinaus. Dort besorgen wir uns Fahrkarten. Wir wollen von der direkten Route in der Tuerkei etwa 200 km nach Osten abweichen, um Kappadokien zu besuchen und nicht knapp daran vorbeizufahren. Das Fruehstueck nehmen wir (wegen Ramadan ) versteckt ein. Um 10:30 startet der Bus. Unglaublich eben und ohne Kurven geht es hinaus ueber Aksaray nach Nevsehir. Mit dem Rad nun hinauf nach Unicar. Dort steigen wir auf den hoechsten Punkt und schauen hinunter in das Wunderland Kappadokien. Einfach grossartig. Wir fahren dann hinunter nach Goerene und quartieren uns im LonlyPlanet-Vorschlag Pension Kloese ein. Vor und nach dem Abendessen machen wir noch einen wunderbaren Rundgang.
Es ist der letyzte Tag des Ramadan. Fruehstueck in der Pension. Dann wandern wir hinaus ins Freiluftmuseum. Ganz tolle Kirchen, die aus den Felsen geschlagen wurden. Viele Touristen, die in Bussen hergefuehrt werden. Wir fahren dann ins Nachbardorf Papagayi, von wo wir eine tolle Wanderung zurueck in unseren Ort machen.
Den ersten Teil des Weges begleiten uns unzaehlige Heissluftballons. In Uerguep machen wir Fruehstueckspause. Dann geht es abwechselnd ueber die Hochebenen und durch die Taeler Kappadokiens, eine faszinierende Fahrt. Kurz vor Goezeloez ueberholen wir einen Schweizer, der auch nach Jerusalem will. Unterschied: Er ist in Bregenz gestartet und macht die Strecke zu Fuss. Bei Derinkuya treffen wir auf die Hauptstrasse. Die Unterirdische Stadt haben wir nicht gefunden (zu wenig gesucht). In Goelcuek machen wir Rast, um nicht in den Regen zu fahren. Die letzten 10 km bis Nigde haben wir super Rueckenwind. Quartier im 3-Sterne Hotel Nahita (NF Euro 35).
Beim Start schaut das Wetter sehr schlecht aus. In unserer Richtung gibt es dunkle Regenwolken. Wir wollen aber zumindest Ulukisla (55 km) erreichen. Es nieselt ab und zu, es kommt aber auch immer wieder die Sonne heraus. Vor Ulukisla haben wir 2 Paesse (einmal 1500, einmal 1600 m) zu ueberqueren. Das Wetter bessert sich und wir beschliessen, weiterzufahren. Jetzt folgen wir einem Tal, ganz leicht fallend, bei kraeftigem Rueckenwind ca 40 km ohne jede Muehe. In Pozanti fragen wir nach einem Hotel. Man schickt uns ca 200 Hoehenmeter den Berg hinauf zu einer Nobelabsteige (Euro 125 fuer Halbpension). Aber wo wir jetzt schon oben sind, bleiben wir. Saunabesuch und gutes Abendessen.
Super-Fruehstueck im Super-Hotel, dann steile Abfahrt 3 km ins Dorf (Schritttempo). Dann folgt zu unserer Ueberraschung ein 12 km langer Anstieg bis auf 1300 Meter. Weiter geht es bergab durch tolle Gebirgslandschaft. Am fruehen Nachmittag ueberholen wir 3 nette italienische Wanderer, die von Istanbul nach Antakya unterwegs sind. Sie machen die Strecke von der Heimat nach Jerusalem in 3 ca 1300 km langen Etappen. Wir machen gemeinsam eine Plauderpause bei Ruebensaft und Cay. Weiter geht es grossteils bergab, zweimal Begegnung mit Schildkroeten. Dann laeuft es, begleitet von Kaktusstraeuchern und Zitrusplantagen bis nach Tarsus. Wir besuchen noch die Gedenkstaetten des Heiligen Paulus und quartieren uns im einem vollkommen sternelosen Hotel ein (N Euro 20). Na gute Nacht.
Nach Start vom Null-Sterne Hotel total tuerkisches gutes Fruehstueck am Weg. Dann noch zur Sicherheit Pedal-Kauf in Tarsus. Bis zur 1,5 Millionen-Stadt Adana ist es noch recht kuehl. In Adana hat zuerst Traude, dann habe ich einen Patschen. Beide sind flott repariert und es geht weiter. Adana bietet eine tolle Moschee und eine schoene Roemerbruecke. Eine Rast machen wir in einem schattigen Wald mit einer Schafherde. Dann weiter Richtung Ceyhan. Kraeftiger Gegenwind und grosse Hitze machen uns zu schaffen. Erst die letzten Kilometer gehts mit Wind im Ruecken nach Ceyhan hinein. Hotel Ceyhan(Euro 80 fuer NF)
Fruehstueck im Hotel. In Goole-Map habe ich fuer heute eine kuerzere Route zusammengestellt. Wir muessen oefter fragen, um die Doerfer Sarimazi, Turunclu etc zu finden. Entlohnt werden wir mit guten kleinen verkehrsarmen Strassen. Nur ca 3 km sind Schotterstrasse. Wir ersparen uns durch diese Route rund 20 km und viel Verkehr. Nach ca 20 km haben wir erstmals einen Blick auf das Meer. Die letyten 40 km muessen wir auf einer vierspurigen Hauptstrasse erledigen. Nette Bade-Pause mit Kontakt zu tuerkischer Familie. In Iskenderun quartieren wir uns in einem einfachen Hotel ein.
Fruehstueck im Hotel. Ab Iskenderun geht es 20 km von 0 auf ca 600 Meter Seehoehe. Dann ca 15 km lange Abfahrt. Im Tal begegnen wir den ersten Baumwollfeldern. Flach radeln wir bei grosser Hitze die 25 km bis Antakja. Wir suchen und finden das Gaestehaus der Katholischen Kirche, wo wir ein nettes Zimmer bekommen. Ein Paket an Stefan wird aufgegeben. Der Postbesuch damit dauert laenger als eine Stunde. Bummel in der Stadt.
Gutes Fruestueck im Stadtzentrum. Dann fahren wir mit dem Rad zur Hoehlenkirche St. Peter. Danach Besuch des arch. Museums von Antakja (tolle Mosaike aus dem oestl. Mittelmeergebiet = 1. - 5. Jh). Mittagessen im Haus der Begegnung mit Barbara Kallasch. Wir treffen ein Paar aus Deutschland, das einen Teil unserer Tour (Italien-Istanbul-Antakja-Damskus) mit oeffentlichen Verkehrsmitteln macht. Erholsame Nachmittagsrast. Abends Besuch eines tuerkischen katholischen Gottesdienstes im Haus.