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Christa & Stefan Haberl

Überland durch Asien

Von Australien nach Österreich

Asien

Juli 2003 - Mai 2004

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Flugangst 🇦🇺

Juli 2003. Es ist ein kalter Juli Wintertag, als wir entlang der nördliche Ausfallsstraße an Gebrauchtwagenhändlern, schäbigen Vorstadtsiedlungen und kleinen Industrieanlagen vorbei zur Stadt hinaus fahren. Unsere Herzen schlagen höher, als wir langsam die Häuser hinter uns lassen und die Großstadt weiten Feldern und kargem Weideland Platz macht. Two Wells, Port Wakefield, Port Pirie. Wir sind tatsächlich unterwegs!

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Unterwegs auf der Gulf Development Road 🇦🇺

August 2003. Wir haben ein ganz schön mulmiges Gefühl, als wir unser Zelt jetzt am Abend im lichten Eukalyptuswald zwischen mannshohen Termitenhügeln mitten im Nirgendwo aufstellen. Vor kurzem ist die Sonne blutrot über der ausgedehnten Steppenlandschaft des Northern Territories untergegangen. Weit und breit ist niemand zu sehen, wahrscheinlich sind wir die einzigen Menschen in einem Umkreis von einigen hunderten Kilometern.

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Feuerberge 🇮🇩

September 2003. Um halb 4 Uhr in der Früh kriechen wir aus unseren Schlafsäcken und stapfen hinaus in die dunkle Nacht. Vor der einfachen Holzhütte, in der wir hier am Pos Paltuding übernachtet haben, weht uns angenehm kühle Bergluft ins Gesicht. Wieder einmal funkeln tausende Sterne über uns am weiten Himmel, in den vor uns dunkel und bedrohlich der Vulkankegel des Kawa Ijen empor ragt.

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Reisealltagsgeschichten 🇰🇭

November 2003. Über den Dächern von Kompong Chnang dämmert es bereits, als wir früh am Morgen unser Moskitonetz im Hotelzimmer abbauen. Wir müssen früh los, denn wir wollen heute weiter in den Westen Kambodschas, und die Pickup Trucks vom Markt fahren nur zeitig in der Früh. Der Hotelmanager an der Rezeption verabschiedet uns verlegen, als wir auschecken. Auf seinem Schreibtisch türmen sich Kondompackungen, auf der sonst kahlen Wand hinter ihm hängt ein Safer-Sex Plakat.

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Die Pilger vom Meili Xi Shan ༀ

Dezember 2003. Der Ort Dequin liegt abgeschnitten von der Welt im letzten Winkel Chinas südwestlichster Provinz Yunnan. Das kleine Nest nahe an der Grenze zu Tibet zwängt sich in einen engen Talkessel und ist umringt von majestätisch aufsteigenden Fünf- und Sechstausendern. Mit dem geschäftigen, rastlosen Treiben in Chinas aufstrebenden Megastädten im Tiefland hat diese vergessene Ecke des Landes wenig zu tun: Die engen Schluchten und die jetzt im Winter braun verfärbten und ausgedörrten Hochweiden sind das Land der Khampas und ihrer Yakherden.

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Peking 🇨🇳

Jänner 2004. Früh am Morgen wandern wir vor Sonnenaufgang im Jingshan Park gleich hinter der Verbotenen Stadt einen kleinen Hügel hinauf. Ein kalter Winterwind bläst durch den Park, in dem sich trotz der Kälte bereits einige Tai Chi Gruppen für ihre morgendlichen Übungen in Aufstellung bringen. Der frühe Spaziergang macht sich bezahlt: Als wir bei der Pagode am Gipfel des kleinen Hügels ankommen, haben wir im frühen Morgenlicht einen atemberaubenden Rundblick auf die Skyline des Großstadtdschungels rund um uns.

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Ferienparadies Issyk Köl 🇰🇬

Februar 2004. Fast ein wenig unwirklich liegt in der Osthälfte Kirgistans auf 1600m Seehöhe der tiefblaue Issyk Köl umringt von schneebedeckten Vier- und Fünftausendern. Thermale Aktivitäten und ein leichter Salzgehalt lassen den zweitgrößten Gebirgssee der Welt auch im Winter nicht zufrieren, den die Sowjets gleich doppelt zu nutzen gewusst haben: Für Kurtourismus und als Torpedotestgebiet.

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Der Schiffsfriedhof von Moynaq 🇰🇿

März 2004. Um 1/2 8 Uhr steht Rufat in unserem Hotelzimmer. Ob wir schon fertig sind und wann es endlich losgeht? Er will uns ja die Schiffe zeigen! Wir sind gestern gemeinsam mit dem 12jährigen Karakalpaken im klapprigen Linienbus nach Moynaq gesessen und haben Freundschaft geschlossen. Nachdem wir am späten Abend auf der staubigen Hauptstraße eingerollt sind, hat Rufat uns gleich noch das einzige Hotel des kleinen Ortes gezeigt.

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Im Land der Schurken 🇮🇷

April 2004. Nur wenige Tage nach dem iranischen Neujahr passieren wir in den Bergen südlich von Ashgabad die turkmenisch-iranische Grenze. Christa hat sich schon vorsorglich ein Kopftuch umgebunden und einen Mantel angezogen, und so winken uns die freundlichen Grenzbeamten ohne Probleme an einem riesigen Portrait von Ayatollah Khomeini vorbei in ihr Land.

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Zwischenstopp 🇦🇹

Mai 2004. Wir sind beide ziemlich aufgekratzt. Christa hält es schon nicht mehr am Sitz und turnt die ganze Zeit aufgeregt im Abteil herum. Langsam legt sich der Zug in die Kurve, vor unserem Fenster ziehen die adrett gepflegten Häuser der Wiener Vorstadtsiedlungen vorbei. Die Frühlingssonne streichelt die frisch ausgetriebenen Blätter der Bäume in den Vorgärten. Unglaublich, wie grün uns Europa nach den staubigen Wüsten Zentralasiens und des Iran vorkommt.